Walking Pads: Sinnvoll oder verzichtbar?

Group 15 07.11.2025 |    Minuten Lesezeit
Expertenwissen
Die MeterMacher

So gemütlich die dunkle Jahreszeit auch ist, für Läuferinnen und Läufer stellt sie eine Herausforderung dar. Egal, ob man lieber in der Früh oder am Abend nach getaner Arbeit die Joggingschuhe schnürt: Meist ist es dunkel und kalt. Hinzu kommen oft Glätte und Regen oder gar Schnee. „Pfui Deife“, würde man dazu in Bayern sagen! Bei Schietwetter, wie es die Norddeutschen nennen, haben viele von uns den Reflex, lieber zuhause auf der Couch zu verweilen. Nicht empfehlenswert – denn gerade im Winter ist Bewegung wichtig, um das Immunsystem vor Infekten zu wappnen. Da passt es gut, dass seit Kurzem neue Fitnessgeräte für Zuhause, sogenannte „Walking Pads“, im Trend liegen. Was sie taugen und ob sich eine Anschaffung lohnt, erfährst du hier.

Was sind Walking Pads?

Walking Pads sind die schlanken, alltagstauglichen Geschwister klassischer Laufbänder – konzipiert fürs Gehen statt fürs Sprinten. Viele Modelle schaffen ein entspanntes Tempo um die 6 km/h, manche sogar etwas mehr. Der große Vorteil: Sie sind platzsparend und schnell verstaut. Die kompaktesten Varianten sind zusammengeklappt etwa 80 × 60 × 15 cm groß, wiegen rund 25 Kilo und passen unter jeden Schreibtisch, unter das Bett oder in die nächste Wohnungsnische. Bedeutet: Wenn das sperrige Laufband bisher der Grund für zu wenig Bewegung war, fällt die Ausrede jetzt weg. Ein Walking Pad macht Schritte im Alltag leicht – ohne dein Wohnzimmer in ein Fitnessstudio zu verwandeln.

Welche gesundheitlichen Vorteile haben Walking Pads?

Walking Pads werden oft als perfekt Bewegungsmöglichkeit für das Home-Office angepriesen. Nach dem Motto: Während des Teammeetings Schritte sammeln, statt am Schreibtisch zu sitzen. Studien zu Laufbandarbeitsplätzen zeigen, dass langsames Gehen im Vergleich zum Sitzen den Energieverbrauch um rund 100 kcal pro Stunde steigern kann und die Sauerstoffaufnahme deutlich erhöht – ohne den Blutdruck relevant zu verschlechtern. Weitere Untersuchungen und Praxisberichte zu Büro-Walking zeigen, dass Nutzerinnen und Nutzer sich energiegeladener, fokussierter und stimmungsmäßig besser fühlen, wenn sie sich am Arbeitsplatz bewegen. Ob Videokonferenz oder längeres Telefonat – mit Walking Pads kannst du relativ leicht Bewegung in den Büroalltag bringen. Wenn du konzentriert an einem Thema arbeitet möchtest, sind die Laufbänder allerdings weniger geeignet.

Walking Pads versus klassische Laufbänder

Walking Pads sind vor allem fürs Gehen im Arbeits- und Alltagskontext gedacht, während klassische Laufbänder die gesamte Bandbreite vom gemütlichen Gehen bis zum intensiven Lauftraining mit Tempo und Steigung abdecken. Walking Pads haben meist eine maximale Geschwindigkeit von 6 bis 7 km/h und bieten selten eine Steigung. Laufbänder hingegen punkten mit höheren Maximalgeschwindigkeiten, kräftigen Motoren, Dämpfung und Trainingsprogrammen – und sind somit ideal für echtes Cardio-Training. In Sachen Platzbedarf sind Walking Pads klar im Vorteil: kompakt, flach, häufig klappbar und leicht zu verstauen – perfekt für kleine Wohnungen oder unter höhenverstellbaren Schreibtischen. Laufbänder wiederum sind größer, schwerer und dadurch stabiler – in der Anschaffung aber auch deutlich teurer als Walking Pads.

Gibt es gesundheitliche Risiken bei Walking Pads?

Ja, wie auch bei der Nutzung von Laufbändern besteht ein gewisses Verletzungsrisiko. Bei langsameren Walking-Pad-Modellen gibt es oft keinen Haltebügel. Wenn du kurz abgelenkt bist und das Gleichgewicht verlierst, kann das zu einem Sturz führen. Deshalb ist es sinnvoll, das Gerät in einer sicheren Umgebung zu platzieren, damit du dich bei einem unerwarteten Ausrutscher nicht an Möbeln oder Kanten verletzt.

Für wen sich ein Walking Pad lohnen kann

Für alle, die lange sitzen und Bewegung in den Arbeitstag integrieren wollen – z. B. bei Telefonaten oder Meetings – können Walking Pads durchaus lohnenswert sein. Zudem sind sie platzsparend, was vor allem für Menschen mit wenig Wohnraum ein Pluspunkt im Vergleich zu einem Laufband sein kann. Klar ist aber auch: Laufenthusiasten werden von Walking Pads eher enttäuscht sein. Für echtes Ausdauertraining bleibt das klassische Laufband oder eben die Laufrunde im Park die bessere Wahl.